Blog über Spiritualität, Yoga & Lebensthemen

Advent Mondsee

„Die fünf Farben machen unsere Augen blind.
Die fünf Töne machen unsere Ohren taub.
Die fünf Geschmäcker machen unsere Zunge schal.
Vergnügen machen unser Herz wirr.
Daher lässt sich der Weise von seinem Herzen führen
und nicht von seinem Auge.“
   Laozi

Man kann es heutzutage kaum glauben, aber bis vor 100 Jahren war Advent eine Zeit der Reduktion und des Fastens. „Adventus Domini“ war die Zeit im Jahr sich auf die „Ankunft des Herrn“ vorzubereiten. Im übertragenen Sinn bedeutet dies, sich für das (innere) Göttliche zu läutern. Das Adjektiv „lauter“ heißt „rein“, „ungetrübt“, „aufrichtig“ und beinhaltet jene Qualitäten, die wir auch im Yoga in dem Begriff satya (Wahrhaftigkeit) wiederfinden; also jenes yama (Disziplin), das uns immer wieder auf das eigentliche Ziel des Yoga hinweist.

Pajalo FelsenWie oft bin ich schon gefragt worden, warum ich einst Mönch geworden bin und was mich dazu bewegt hat, nach 12 Jahren die Robe wieder abzulegen. Beim Niederschreiben dieser Erinnerungen – die mir wie aus einem anderen Leben vorkommen – wird mir wieder einmal bewusst, wie sehr sich meine Lebensziele im Laufe der Zeit verändert haben; wie mein Leben eher einem unfassbaren Traum als einer greifbaren Realität gleicht und wie dabei Ent-Täuschung die Grundlage für spirituelle Ent-Faltung sein kann - und Wahrheitssuche, Geduld und Mut die dazu nötigen Eigenschaften.

mindfull blogIn der Satipatthana Sutta, einer der wichtigsten Lehrerrede des Buddha über Achtsamkeit, werden diese Eigenschaften mit Bala bezeichnet, was sowohl Kind (vergleiche: Balasana) als auch Kraft bedeutet. Diese Doppeldeutigkeit beschreibt die unvergleichliche Macht, die ein junger Mensch in sich hat. Ohne diese Kräfte zu entwickeln, werden wir früher oder später vom meditativen Pfad abkommen, egal um welche Praxisform oder Tradition es sich handelt. Auch wenn folgende Auflistung ursprünglich aus dem Buddhismus stammt, so werden die gleichen fünf Qualitäten auch in den Yogasutren von Patanjali gelistet (Vers 1, 20).

IbizaOsho schreibt in seinem „Yoga-Buch“*:
„Setz dich an einem frühen Morgen unter einen Baum, wenn die Sonne noch nicht aufgegangen ist; sobald die Sonne aufgeht, wird dein Körper aktiv und es ist schwerer, in der inneren Ruhe zu bleiben. Aus diesem Grund wurde im Osten immer vor Sonnenaufgang meditiert. Sie nennen dort diese Zeit brahmamuhurta, den Augenblick des Göttlichen.