Blog über Spiritualität, Yoga & Lebensthemen

KarmaManchmal werde ich darauf angesprochen, wie es mir jedes Jahr gelingt, eine mehrmonatige Auszeit zu nehmen. Auch wenn diese Frage berechtigt ist, klingt sie für mich dennoch etwas ungewöhnlich, denn ich könnte mir ein „work-around-the-year-life“ gar nicht vorstellen. Um auch künftig diesem „Schicksal“ entgehen zu können, frage ich mich immer wieder bei wichtigen Berufs- und Lebensentscheidungen: „Arbeite ich um zu leben, oder lebe ich um zu arbeiten“?

VG sunriseNach Ayurveda ist nicht nur Lebensstil & Ernährung (Vihara & Ahara) sondern auch das richtige und falsche Timing ausschlaggebend für unsere Gesundheit oder Krankheit. Für mich ist dieses Thema tagtäglich ein Experimentierfeld, ohne dass ich den Anspruch habe, in allen Lebensbereichen die perfekte Balance gefunden zu haben. Ein paar ayurvedische Grundlagen sind dabei für mich eine Inspirationsquelle immer wieder genau hinzuspüren, was sich tatsächlich stimmig und was sich unstimmig anfühlt.

Oellampe blogIn Indien gibt einen Zusammenhang von drei alten Wissenschaften, die in einer heilsamen Art aufeinander aufbauen, übergreifen und sich ergänzen: Ayurveda – Yoga - Advaita-Vedanta
•    Ayurveda ist die Grundlage für unser Wohlbefinden und bringt den Körper ins Gleichgewicht.
•    Yoga (im ursprünglichsten Sinn) ist zusätzlich für die Balance des Geistes zuständig.
•    Advaita-Vedanta (die Lehre der Nicht-Dualität) lässt die Seele zu ihrem Ursprung zurückkehren und ganzheitlich werden.

Advent Mondsee

„Die fünf Farben machen unsere Augen blind.
Die fünf Töne machen unsere Ohren taub.
Die fünf Geschmäcker machen unsere Zunge schal.
Vergnügen machen unser Herz wirr.
Daher lässt sich der Weise von seinem Herzen führen
und nicht von seinem Auge.“
   Laozi

Man kann es heutzutage kaum glauben, aber bis vor 100 Jahren war Advent eine Zeit der Reduktion und des Fastens. „Adventus Domini“ war die Zeit im Jahr sich auf die „Ankunft des Herrn“ vorzubereiten. Im übertragenen Sinn bedeutet dies, sich für das (innere) Göttliche zu läutern. Das Adjektiv „lauter“ heißt „rein“, „ungetrübt“, „aufrichtig“ und beinhaltet jene Qualitäten, die wir auch im Yoga in dem Begriff satya (Wahrhaftigkeit) wiederfinden; also jenes yama (Disziplin), das uns immer wieder auf das eigentliche Ziel des Yoga hinweist.