Blog über Spiritualität, Yoga & Lebensthemen

Corona Brief 2Ich finde,  dass es - bei der undurchsichtigen Faktenlage und den unvorhersehbaren Zukunfts-Aussichten - derzeit ein schwieriges Unterfangen ist, einen Blogbeitrag über die Corona-Situation zu schreiben. Allerdings haben mich in letzter Zeit zwei Schriftstücke in Form von Briefen sehr berührt, in denen eine zeitlose Weisheit mitschwingt, die auch noch eine Aussagekraft haben wird, wenn die gegenwärtige Problematik abgeklungen ist. Ursprünglich wollte ich die Texte aus dem Englischen übersetzen, aber da es dazu schon deutsche Fassungen gibt, möchte ich diese hier wiedergeben.

Der erste Brief wurde von Kristin Flyntz am 12. März verfasst und von Thomas Biedermann am 21. März übersetzt.

Der zweite Brief stammt von einem unbekannten Autor, wahrscheinlich ursprünglich auf Italienisch, und erschien unter dem Titel „Lettera per tutti noi, dal virus“. Ebenfalls unbekannt ist, wer dazu die deutsche Übersetzung verfasste, die am 21. März auf Youtube veröffentlicht wurde.

Ibiza sunrise„Ned virifirchten und ned nochijammern!“ (Sich weder vorausfürchten noch nachjammern!)
Die Lebensweisheit einer alten Bäuerin

Weckruf

Wann war das Leben für die Menschheit zuletzt so unsicher, verletzlich und unvorhersehbar? Ich sehe schockierende und zugleich berührende Berichte im Fernsehen, die mich an kriegsähnliche Zustände oder an einen apokalpytischen Science-Fiction Film erinnern, und das mitten im scheinbar so wohlhabenden und stabilen Europa. Quer über den Globus und durch die Gesellschaft scheint jeder in irgendeiner Weise betroffen zu sein. Von einem Tag auf den anderen erkennen wir, wie unersetzlich die so stiefmütterlich behandelten Gesundheitsberufe sind und dass ein LKW mit Schutzausrüstung mehr wert ist, als ein Goldbarren-Transport. So sehr mich all diese individuellen und nationalen Schicksale berühren, sehe ich dennoch darin eine einzigartige Chance für unser Leben und unseren Planeten.

Biene 2Beziehung

Tagtäglich bin ich mit anderen und mit der Welt in Kontakt. Wenn ich dabei einen Konflikt habe, dann habe ich eigentlich auch mit mir selbst einen. Wenn ich dagegen mit mir und mit meinen widersprüchlichen Interessen in Harmonie leben kann, wird es mir leichter möglich sein, mit der Umwelt in Harmonie zu leben.
In langjährigen Partnerschaften ist die Gefahr groß, das Bekannte und Unbekannte nicht mehr in seiner einzigartigen Lebendigkeit unvoreingenommen wahrzunehmen. Aber auch für eine harmonische Traum-Beziehung sollte ich meine Eigenständigkeit nicht opfern, damit ich jederzeit angstfrei und zufrieden auf eigenen Füßen stehen kann. Spätestens bei der Liebeserklärung „Ich kann ohne dich nicht leben!“ sollten meine Alarmglocken läuten, dass hier Liebe mit Abhängigkeit verwechselt wird.

Biene blog„Das ‚Schlachtfeld‘ des spirituellen Kriegers ist der Alltag. Denn hier findet die eigentliche Bewährungsprobe statt, und es zeigt sich, wie sehr wir Präsenz verwirklicht haben, oder ob wir uns ständig in Gedankenmustern verlieren.“ Richard Stiegler

Wenn du dich im Leben und in der Spiritualität wirklich entfalten willst, ist es notwendig, von Zeit zu Zeit inne zu halten und zu reflektieren:
Wo stehe ich gerade im Leben?
Was bewegt und ängstigt mich, was macht mir Freude und Hoffnung, wie und mit wem verbringe ich die Zeit, und erlebe ich meine Beschäftigungen und Aktivitäten, meine Beziehungen und Begegnungen, mein Leben im Großen und Ganzen als zufriedenstellend oder sinnlos?

Es gibt vier Bedürfnisse, die jeder Mensch erlebt und die mehr oder weniger zusammen hängen:
1. Teil:
+ Grundbedürfnisse
2. Teil (im nächsten Blogeintrag):
+ Beziehung
+ Verantwortung
+ Spiritualität