Blog über Spiritualität, Yoga & Lebensthemen

Monsun blog„Wir wollen die kleinen Dinge lieben,
das Zarte, das Unscheinbare,
das Schwache und Leise,
das in uns und zwischen uns atmet
und nach dem Segen des Künftigen fragt.
Wir wollen die kleinen Dinge hüten,
das Geringe, das sich seiner Größe nicht erinnert,
Das Wachsende, dem zu oft Gewalt angetan wurde,
und das Hoffnungsvolle,
das stiller wurde mit jeder Verletzung.“
Giannina Wedde

Eine Krise beinhaltet nicht nur Negatives und Schlechtes, sondern bietet mir auch immer eine einzigartige Chance zur Entfaltung. Das altgriechische Wort krísis bedeutet ursprünglich ‚Meinung, Beurteilung, Entscheidung‘. Es ist also eine Zeit, in der ich meine Komfortzone und Gewohnheiten hinter mir lassen muss, weil es in meinem Leben, in der Gesellschaft oder global einen Umbruch gibt. Dabei ist die größte Katastrophe oder „Umwendung“, die jedes Lebewesen früher oder später erleben wird, der eigene Tod. Aber schon lange vor dem eigenen irdischen Ableben, können mir bestimmte Erfahrungen die Lebensfreude nehmen.

Corona Brief 2Ich finde,  dass es - bei der undurchsichtigen Faktenlage und den unvorhersehbaren Zukunfts-Aussichten - derzeit ein schwieriges Unterfangen ist, einen Blogbeitrag über die Corona-Situation zu schreiben. Allerdings haben mich in letzter Zeit zwei Schriftstücke in Form von Briefen sehr berührt, in denen eine zeitlose Weisheit mitschwingt, die auch noch eine Aussagekraft haben wird, wenn die gegenwärtige Problematik abgeklungen ist. Ursprünglich wollte ich die Texte aus dem Englischen übersetzen, aber da es dazu schon deutsche Fassungen gibt, möchte ich diese hier wiedergeben.

Der erste Brief wurde von Kristin Flyntz am 12. März verfasst und von Thomas Biedermann am 21. März übersetzt.

Der zweite Brief stammt von einem unbekannten Autor, wahrscheinlich ursprünglich auf Italienisch, und erschien unter dem Titel „Lettera per tutti noi, dal virus“. Ebenfalls unbekannt ist, wer dazu die deutsche Übersetzung verfasste, die am 21. März auf Youtube veröffentlicht wurde.

Ibiza sunrise„Ned virifirchten und ned nochijammern!“ (Sich weder vorausfürchten noch nachjammern!)
Die Lebensweisheit einer alten Bäuerin

Weckruf

Wann war das Leben für die Menschheit zuletzt so unsicher, verletzlich und unvorhersehbar? Ich sehe schockierende und zugleich berührende Berichte im Fernsehen, die mich an kriegsähnliche Zustände oder an einen apokalpytischen Science-Fiction Film erinnern, und das mitten im scheinbar so wohlhabenden und stabilen Europa. Quer über den Globus und durch die Gesellschaft scheint jeder in irgendeiner Weise betroffen zu sein. Von einem Tag auf den anderen erkennen wir, wie unersetzlich die so stiefmütterlich behandelten Gesundheitsberufe sind und dass ein LKW mit Schutzausrüstung mehr wert ist, als ein Goldbarren-Transport. So sehr mich all diese individuellen und nationalen Schicksale berühren, sehe ich dennoch darin eine einzigartige Chance für unser Leben und unseren Planeten.

Biene 2Beziehung

Tagtäglich bin ich mit anderen und mit der Welt in Kontakt. Wenn ich dabei einen Konflikt habe, dann habe ich eigentlich auch mit mir selbst einen. Wenn ich dagegen mit mir und mit meinen widersprüchlichen Interessen in Harmonie leben kann, wird es mir leichter möglich sein, mit der Umwelt in Harmonie zu leben.
In langjährigen Partnerschaften ist die Gefahr groß, das Bekannte und Unbekannte nicht mehr in seiner einzigartigen Lebendigkeit unvoreingenommen wahrzunehmen. Aber auch für eine harmonische Traum-Beziehung sollte ich meine Eigenständigkeit nicht opfern, damit ich jederzeit angstfrei und zufrieden auf eigenen Füßen stehen kann. Spätestens bei der Liebeserklärung „Ich kann ohne dich nicht leben!“ sollten meine Alarmglocken läuten, dass hier Liebe mit Abhängigkeit verwechselt wird.