Sonntag, 26 April 2020 13:48

Briefe an die Menschheit

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Corona Brief 2Ich finde,  dass es - bei der undurchsichtigen Faktenlage und den unvorhersehbaren Zukunfts-Aussichten - derzeit ein schwieriges Unterfangen ist, einen Blogbeitrag über die Corona-Situation zu schreiben. Allerdings haben mich in letzter Zeit zwei Schriftstücke in Form von Briefen sehr berührt, in denen eine zeitlose Weisheit mitschwingt, die auch noch eine Aussagekraft haben wird, wenn die gegenwärtige Problematik abgeklungen ist. Ursprünglich wollte ich die Texte aus dem Englischen übersetzen, aber da es dazu schon deutsche Fassungen gibt, möchte ich diese hier wiedergeben.

Der erste Brief wurde von Kristin Flyntz am 12. März verfasst und von Thomas Biedermann am 21. März übersetzt.

Der zweite Brief stammt von einem unbekannten Autor, wahrscheinlich ursprünglich auf Italienisch, und erschien unter dem Titel „Lettera per tutti noi, dal virus“. Ebenfalls unbekannt ist, wer dazu die deutsche Übersetzung verfasste, die am 21. März auf Youtube veröffentlicht wurde.

1) Ein imaginärer Brief von Corona an die Menschheit

"Stopp. Hört auf.
Es ist keine Bitte mehr. Es ist ein Befehl.
Wir werden euch helfen.
Wir werden dieses Überschall- Hochgeschwindigkeitskarussell zum Stillstand bringen…
Wir werden sie stoppen
…die Flugzeuge
…die Züge
…die Schulen
…die Einkaufszentren
…die Sitzungen.

Der frenetische, furiose Ansturm von Illusionen und “Verpflichtungen”, die euch davon abhalten, auf unser einziges und gemeinsam schlagendes Herz zu hören, auf die Art wie wir gemeinsam atmen.
Wir sind einander verpflichtet, so wie es immer war, auch wenn ihr es vergessen haben.
Wir unterbrechen euer Treiben, diese endlose kakophonische Übertragung von Neuigkeiten und Ablenkungen, um euch diese eine wichtige Nachricht zu überbringen:
Es geht uns nicht gut, Keinem von uns; wir alle leiden.

Die Feuerstürme im vergangenen Jahr, die die Lungen der Erde verbrannt haben, hat euch nicht innehalten lassen.
Auch nicht die Taifune in Afrika, China und Japan. Auch nicht das fibröse Klima in aller Welt.
Ihr habt einfach nicht zugehört.
Es ist schwer, zuzuhören, wenn ihr die ganze Zeit so beschäftigt seid, um die Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten aufrechtzuerhalten, die euer Leben erschweren.
Aber das Fundament gibt nach, es bricht unter dem Gewicht eurer Bedürfnisse und Wünsche.

Wir werden euch helfen.
Wir bringen Feuerstürme in eure Körper
Wir werden das Fieber in eure Körper pflanzen
Wir werden das Brennen, das Versengen und die Überschwemmung in eure Lungen übertragen
Vielleicht hört ihr dann zu:
Es geht uns nicht gut.

Trotz allem, was ihr vielleicht denkt oder fühlt, wir sind nicht der Feind.
Wir sind Botschafter. Wir sind Verbündete. Wir sind eine ausgleichende Kraft.
Wir bitten euch:
Innezuhalten, still zu sein, zuzuhören;
…über eure individuellen Sorgen hinweg zu sehen und die Sorgen aller zu beachten;
…euch eurer Unwissenheit klar zu werden,
…eure Demut zu finden,
…euren denkenden Verstand aufzugeben und tief in den Verstand eures Herzens zu reisen.

In den Himmel zu schauen, der von weniger Flugzeugen durchzogen ist, ihn wahrzunehmen, um seinen Zustand zu bemerken: klar, rauchig, verraucht, regnerisch?
Wie sehr braucht ihr seine Gesundheit um auch gesund zu bleiben ?
Einen Baum anzuschauen, ihn zu sehen und seinen Zustand zu beachten: Wie sehr trägt seine Gesundheit zur Gesundheit des Himmels und der Luft bei, die ihr braucht, um gesund zu leben?
Einen Fluss zu betrachten, ihn zu sehen, um auch seinen Zustand zu erkennen: klar, sauber, trüb, verschmutzt? Wie sehr braucht ihr ihn, um gesund zu sein und gesund zu bleiben?
Wie trägt seine Gesundheit zur Gesundheit des Baumes bei, der zur Gesundheit des Himmels beiträgt, damit auch diese gesund sein dürfen?

Viele haben jetzt Angst.
Verteufelt diese Angst nicht, und lässt euch auch nicht von ihr beherrschen. Lasst sie stattdessen zu euch sprechen — in tiefer Stille.
Hört auf die Weisheit der Stille.
Was kann euch diese Stille über eure persönlichen Unannehmlichkeiten sagen?

So wie die Gesundheit eines Baumes, eines Flusses, des Himmels viel über die Gesundheit der Welt aussagt, was könnte die Qualität eurer Gesundheit euch über die Gesundheit der Flüsse, der Bäume, des Himmels und von uns allen, die wir diesen Planeten mit allen teilen, sagen?
Hört auf.
Achte darauf, gegen was ihr euch widersetzt.
Fragt, warum. Hört auf. Hört einfach auf. Seid still.
Hört zu.
Fragt uns, was wir euch über Krankheit und Heilung beibringen können, was nötig ist, damit alles gut wird.
Wir werden euch helfen, wenn ihr uns zuhört."
Kristin Flyntz am 12. März, 2020

2) Ciao, ich bin Covid 19

Der Autor ist solch eine edle Persönlichkeit, dass er anonym bleiben wollte, um sich nicht selber zu zelebrieren.

"Ich habe viel nachgedacht in den letzten Tagen und ich habe versucht dem allen einen Sinn zu geben. Weil ein verdammten Sinn muss diese absurde Situationen doch haben, in der wir gezwungen sind zu leben. Ich habe mir vorgestellt wie es wäre, wenn der Virus reden könnte. Hier mein Brief.

"Ciao, ich bin covid-19. Viele von euch kennen mich unter dem einfachen Namen Coronavirus. Ja genau, ich bin es wirklich. Entschuldigt mich, dass ich mich nicht genug vorangekündigt habe, für wann, in welcher Form und wie stark ich mich bei euch präsentieren würde.Warum bin ich hier?

Sagen wir es mal so, dass ich es Leid war, euch bei der Rückbildung anstatt bei der Entwicklung zuzusehen.
Ich war müde euch zuzusehen wie ihr mit euren Händen alles ruiniert.
Ich war müde von euren missbräuchen und Gewalttaten.
Ich war müde euch zuzusehen wie ihr den Planeten behandelt.
Ich war müde euch zuzusehen wie ihr miteinander umgeht.
Ich war müde von euren Kriegen, euren persönlichen Konflikten und von euren Vorurteilen.
Ich war müde von eurem sozialen Neid, von Heuchelei und eurer Selbstsucht.
Ich war müde, dass ihr euch so wenig Zeit für euch und eure Familien nehmt.
Ich war müde, dass ihr euch so wenig Achtung schenkt.
Ich war müde von eurer Oberflächlichkeit. Ich war müde über die Wichtigkeit, die ihr oft den oberflächlichen, anstatt den wesentlichen Dingen gegeben habt.
Ich war müde von der obsessiven und mühsamen Suche nach dem schönsten Kleid, dem neuesten Smartphone Modell, dem schönsten Auto, nur um toll dazustehen.
Ich war müde von eurem Verrat.
Ich war müde von den Fehlinformationen.
Ich war müde von der wenigen Zeit die ihr miteinander wirklich kommuniziert.
Ich war sehr müde von euren ständigen Beschwerden, wenn ihr doch nichts dagegen unternehmt, um euer Leben zu verbessern.
Ich hatte es satt, euch diskutieren und streiten zu sehen wegen unwichtigen Kleinigkeiten.
Ich hatte es satt, eurem ständigen nörgeln zuzuhören, über die, die uns regieren und den falschen Entscheidungen, die von ihnen oft getroffen wurden, obwohl sie dich vertreten sollten.
Ich hatte es satt, Leute zu sehen, die einen für ein Fußballspiel beleidigen oder gar töteten.

Ich weiß ich werde hart sein, vielleicht zu hart, aber ich sehe niemandem ins Gesicht... Ich bin ein Virus.
Meine Handlung wird euch Leben kosten, aber ich möchte dass ihr ein für allemal versteht, dass ihr den Kurs ändern müsst, zu eurem wohl. Die Nachricht die ich euch geben möchte ist einfach:
Ich möchte alle Grenzen der Gesellschaft aufzeigen in der ihr lebt.
Ich möchte alles absichtlich stoppen, damit ihr versteht, dass das einzig Wichtige, auf das ihr eure Energien richten müsst, einfach eins ist. Das LEBEN. Eures und das eurer Kinder und was wirklich notwendig ist um es zu schützen, zu lieben und zu teilen.
Ich möchte dass ich so weit wie möglich in euren Häusern eingesperrt und isoliert seid, weg von euren Eltern, euren Großeltern, euren Kindern oder Enkelkindern damit ihr versteht, wie wichtig eine Umarmung ist, der menschliche Kontakt, ein Dialog, ein Händedruck, ein Abend mit Freunden, ein Spaziergang in der Innenstadt, ein Abendessen in einem Restaurant oder beim joggen an der frischen Luft im Park.

Von diesen Gesten aus, muss alles neu gestartet werden.
Ihr seid alle gleich, macht keinen Unterschied zwischen euch. Ich habe euch bewiesen, dass die Distanzen nicht existieren. Ich habe innerhalb kürzester Zeit Kilometer um Kilometer zurückgelegt, ohne dass ihr das gemerkt habt. Ich bin auf der Durchreise, aber das Gefühl der Nähe und Zusammenhalt das ich erschaffen habe, muss in alle Ewigkeiten anhalten.

Lebt euer Leben so einfach wie möglich.
Geht, atmet tief durch, tut Gutes, denn das Gute wird immer mit Interessen zu dir zurück kommen.
Genieß die Natur, tut, was ihr wollt was euch anspricht und schafft euch die Bedingungen, bei denen ihr von nichts abhängig sein müsst.
Wenn ihr am Feiern seid, bin ich gerade gegangen, aber erinnert euch nicht nur bessere Menschen zu sein wenn ich anwesend bin.
In Liebe, Corona"

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